Bricht Kraft ihr Wort? Nächtliche Abschiebungen in Bochum

Im Rahmen einer Pressekonferenz vom 16.11. hat der Bochumer Stadtdirektor Michael Townsend die erschreckende Tatsache verkündet, dass es aufgrund des neuen, sogenannten beschleunigten Asylverfahrens in Bochum verstärkt zu Abschiebungen kommen wird. Dabei ließe es sich nicht verhindern, dass Mitarbeiter der Stadt mitten in der Nacht in die Unterkünfte gehen müssen, um dort die betroffenen Familien zu suchen, aus dem Schlaf zu reißen und zum Flughafen zu bringen.

Noch am 23.10. versicherte Ministerpräsidentin Kraft auf dem Flüchtlingsgipfel, es werde auf keinen Fall dazu kommen, dass traumatisierte Flüchtlingsfamilien dieser Prozedur ausgesetzt werden. Stadtdirektor Townsend begründet das Verfahren damit, dass die Flüge nun mal um 9:00 Uhr morgens von Düsseldorf ausgehen und die Betroffenen auch nicht vorher über den Abschiebetermin informiert werden dürfen.

„Weiß hier wieder einmal nicht der Eine was der Andere tut? Und die Leidtragenden dabei sind die Flüchtlinge.“, so Simone Brand, Kreisvorsitzende der Piraten Bochum und Flüchtlingspolitische Sprecherin der Piratenfraktion im Landtag NRW.

„Wir nehmen hier Frau Kraft beim Wort. Es ist unerträglich und unmenschlich, dass dieses eh schon kritische Verfahren der Schnellabschiebungen durch den frühen Abflugtermin auch noch verschlimmert wird. Frau Kraft ist gefordert, alles Notwendige zu tun, um diesen traumatisierten Menschen wenigsten ein menschenwürdiges Verfahren zu gewährleisten.“

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